Packaging waste
Nachhaltigkeit

Die PPWR als neuer Maßstab für das europäische Verpackungsdesign

Die im Dezember 2024 verabschiedete Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) harmonisiert die regulatorischen Anforderungen in allen EU-Mitgliedstaaten. Im Einklang mit dem Green Deal und dem Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft verfolgt die Verordnung ein klares Ziel: Bis 2030 müssen sämtliche Verpackungen auf dem EU-Markt entweder wiederverwendbar oder wirtschaftlich recycelbar sein.

Für Unternehmen bedeutet dies eine Abkehr von rein deklaratorischen Angaben: Verpackungen müssen künftig eine reale Recyclingfähigkeit nachweisen, um die Marktfähigkeit in Europa langfristig sicherzustellen.

Strategische Relevanz der PPWR

Die PPWR definiert grundlegende Anforderungen an das Design, die Bewertung, die Dokumentation und das Recycling von Verpackungen neu. Diese verbindlichen Vorgaben betreffen jedes Verpackungsformat und jede Stufe der Wertschöpfungskette. Ab dem 12. August 2026 ist die vollständige Einhaltung der Regeln in folgenden Bereichen verpflichtend:

  • Designvorgaben und Materialwahl
  • Nachweisbare Recycelbarkeit
  • Konformitätsbewertungsverfahren
  • Harmonisierte Kennzeichnungspflichten
  • Umgang mit besorgniserregenden Stoffen

Echte Recycelbarkeit in der EU-Infrastruktur

Die Verordnung fordert eine Recycelbarkeit, die auf der tatsächlichen Infrastruktur in der EU basiert. Dies setzt voraus, dass Verpackungen:

  • In bestehenden kommunalen Systemen gesammelt werden können.
  • Mit standardmäßigen EU-Sortiertechnologien effizient trennbar sind.
  • In etablierten, großindustriellen Anlagen verwertet werden können.
  • Bis 2030 mindestens die Recycelbarkeits-Leistungsstufe C erreichen, wobei die Anforderungen bis 2038 auf die Stufe B steigen.

Diese Kriterien beenden die Akzeptanz einer rein „theoretischen Recycelbarkeit“ und stellen hohe Anforderungen an das Design, Additive und die Kompatibilität aller Komponenten.

Die Europäische Kommission wird bis 2028 ein Bewertungssystem mit den Noten A bis C einführen.

  • Ab 2030: Alle Verpackungen müssen für das Recycling optimiert sein und mindestens Stufe C erreichen.
  • Ab 2038: Formate der Leistungsstufe C werden vom Markt ausgeschlossen; lediglich hochperformante Materialien bleiben uneingeschränkt zulässig.
  • Die detaillierte Bewertungsmethodik wird bis 2028 veröffentlicht.
PPWR Recycability grade

Die PPWR verpflichtet Unternehmen dazu, Materialentscheidungen unter dem Aspekt der maximalen Kreislauffähigkeit zu treffen. Dies erfordert:

  • Eine signifikante Reduzierung des gesamten Verpackungsabfalls.
  • Ein Design, das nahtlos mit bewährten Recyclingtechnologien kompatibel ist.
  • Die Eliminierung von Komponenten, die Sortier- oder Recyclingprozesse beeinträchtigen.
  • Den priorisierten Einsatz von Materialien mit nachweislich hohen Recyclingraten.
Pie chart of Packaging waste generated, by packaging material, EU, 2023_eurostat

Metallverpackungen unterstreichen bereits heute die Vorteile von Hochleistungsmaterialien in einem strengen regulatorischen Umfeld. Mit aktuellen Recyclingraten von 82 % für Stahl und 55 % für Aluminium (Eurostat-Daten) bieten sie eine zukunftssichere Basis für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

eurostat (Daten von 2023).

Recycling targets in the PPWR
  • Ab August 2028 ist die Verwendung eines EU-weit harmonisierten Sortieretiketts mit Informationen zur Materialzusammensetzung obligatorisch.
  • Die finalen Spezifikationen für diese Etiketten werden bis August 2026 veröffentlicht.
  • Die Kennzeichnung basiert auf standardisierten Piktogrammen und muss deutlich sichtbar sein.
  • Umweltbezogene Aussagen („Environmental Claims“) dürfen nur noch dann genutzt werden, wenn sie die gesetzlichen Mindestanforderungen deutlich übertreffen.
Labeling icon

Branchenrichtlinien und operative Unterstützung

Envases unterstützt Sie proaktiv dabei, die komplexen regulatorischen Änderungen erfolgreich in Ihre Prozesse zu integrieren. Wir orientieren uns dabei an den aktuellen Design-Richtlinien von Metal Packaging Europe (MPE), die bereits auf die Anforderungen der PPWR abgestimmt sind. Diese bieten fundierte Empfehlungen für Aerosoldosen, Lebensmittelbehältnisse, Verschlüsse und Tuben.

Produktsicherheit und besorgniserregende Stoffe

Im Rahmen unseres Qualitätsmanagements eliminieren wir proaktiv PFAS und setzen für unsere Lebensmittelverpackungen konsequent auf BPA-NI-Beschichtungen (BPA non-intent). Damit gewährleisten wir bereits heute die Einhaltung künftiger Sicherheits- und Gesundheitsstandards für sicherere Verpackungslösungen.

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